Ziele

Das FORUM GRENZENLOS stellt ein ergebnisoffenes Experiment dar.

Die Grundlage des FORUM GRENZENLOS ist es, ausgehend von der besonderen Innerdeutschen Erfahrung an einer der wichtigsten ehemaligen Nahtstellen zwischen Ost und West, „Grenzkompetenz” in einen vereinenden nationalen und späterhin einen kritischen internationalen Kontext zu stellen.

Einzigartig in Deutschland ist bis heute die Konzentration erlebbarer Grenzgeschichte in Helmstedt. Die Themenfelder Grenzen, Abgrenzungen, Grenzkonflikte, Grenzsicherungsanlagen, Grenzverletzungen, Grenztote- und-verletzte sind tagesaktuell, wenn zum Glück auch hier vor Ort in Helmstedt/Marienborn/Hötensleben in Niedersachen/Sachsen-Anhalt nicht mehr.

Wir fragen uns und Sie als Interessierte – sind wir in der Lage, mit dem Wissen um die Verschiedenheit deutscher Grenzen und mit dem Hintergrund unserer deutschen Geschichte – insbesondere der Besonderheit der Deutschen Wiedervereinigung – ein allgemeingültiges Instrumentarium anzubieten, um anderen Ländern bei der friedlichen Bewältigung ihrer Grenzprobleme weiterzuhelfen?!? Dürfen wir es uns überhaupt erlauben, anderen Nationen aufzuzeigen, was passiert, wenn man mitten durch ein Land eine Grenze zieht?! Im Landkreis Helmstedt können wir sicher nicht den Finger heben und andere hinweisen, wie wir mit der ehemaligen innerdeutschen Grenze umgegangen sind, das läßt auch die historische Verantwortung nicht nahe, doch wir können durchaus aufweisen, wie eine solche Grenzziehung wirkt und wir können dann auch davon berichten, was passiert, wenn dank des ausserordentlichen Verwantwortungsbewusstseins auf höchster politischer Ebene plötzlich eine Grenze geöffnet wird. Wir können unseren Teil an der Diskussion einbringen, wie sich der Alltag der Menschen in der Folge der Grenzöffnung nach und nach verändert hat, vor welchen Problemen wir hier vor Ort auf beiden Seiten der ehemaligen innerdeutschen Grenze standen und aktuell noch stehen.

Mit dem FORUM GRENZENLOS will der Landkreis Helmstedt ein Kommunikationsinstrument für Grenzstandorte anbieten. Es soll dazu dienen, in einem internationalen Kontext gemeinsame, internationale Gespräche über das Thema Grenze zu fördern. Im Vordergrund stehen dabei die Betrachtung von Grenzen in ihrer adminstrativen, sicherungsstrategischen, logistischen, ökonomischen und politischen Wirkung. Um die dort auftretenden Probleme erfolgreich zu bearbeiten, bedarf es nach unserer Ansicht spezifischer Lösungsansätze und Instrumente. Sie zusammenzuführen ist deshalb vorrangiges Ziel und ein erster Schritt bei der Gestaltung eines europäischen Hauses.

Der nationale Austausch über die deutsche „Grenzarbeit” stellt den Nukleus dar, um dann den zweiten Schritt zu versuchen – die internationale Debatte über Grenzen und den friedlichen Umgang mit dem Anderen, dem Abgegrenzten. Hier kann der Landkreis Helmstedt seine eigene „Grenzkompetenz” in die Debatte einbringen – die ehemalige innerdeutsche Grenze und die plötzliche Öffnung und Wiedervereinigung Deutschlands.

Das FORUM GRENZENLOS versteht sich in seiner offenen Auslegung als ein Standortbeitrag zur internationalen Friedenssicherung und Konfliktbewältigung, denn die Diskussion über Grenzen, Abgrenzungen, Grenzdurchlässigkeiten, Grenzkontrollen ist eine hochaktuelle, brisante politische Themenstellung allenthalben.

Die einstige Versammlung von Persönlichkeiten aus dem Arbeitsleben mit der deutschen Grenze in Ihren verschiedenen Dimensionen und Aspekten ist nach unserem Wissenstand einzigartig in Deutschland gewesen. Der Ansatz wurde dann aus strategischen Gründen nicht mehr weiter verfolgt, da hier vor Ort im Landkreis Helmstedt eine Institutionalisierung in Form des Vereins „Grenzenlos-Wege zum Nachbarn“ gefunden wurde.

Ein weiteres Angebot ist das Onlineangebot, das über die Blog-Software WordPress einen Meinungsaustausch anregen soll – Sie sind herzlich eingeladen!