Fotogalerie

Hier finden Sie Bilder von der Grenzöffnung 1989 am Kontrollpunkt Helmstedt, seinerzeit vom Helmstedter Original und Fotografen Günter Mach erstellt. Diese Bilder bestechen durch ihre Authentizität, die nur aufgrund der Nähe des Fotografen am Geschehen möglich war.

L-010

 

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Ein sehr informativer Artikel zur Arbeit des Fotografen wird hier mit freundlicher Genehmigung der Braunschweiger Zeitung / Herrn Norbert Rogoll wiedergegeben. Leider ist Herr Günter Mach inzwischen verstorben.

Der Fotoapparat war immer dabei

Günter Mach hat seine Dokumentationsarbeit beendet

Norbert Rogoll

HELMSTEDT. Ein Lebensabschnitt ist zu Ende gegangen: Der Helmstedter Günter Mach hat Ende 2002 seine dokumentarische Arbeit in Helmstedt und den benachbarten Orten in Sachsen-Anhalt eingestellt. „Ich fotografiere jetzt nur noch für private Zwecke“, erklärt der 72-Jährige, der seit seinem Vorruhestand im Jahr 1988 besonders viel Zeit für das Dokumentieren der Veränderungen im Bereich der ehemaligen Zonengrenze aufbrachte, aber schon vorher oft filmte und fotografierte.

Wichtige Veranstaltungen in der Kreisstadt ohne den immer mit Fotoapparat ausgerüsteten Günter Mach gab es in den fast 20 Jahren nicht. Bereits seit 1983 hielt er die Elm-Lappwald-Messen für die Standbetreiber in Bild, Film und Ton fest. Nach seinen Worten wird auch dies in Zukunft nicht mehr der Fall sein.

Fahrten in DDR-Städte

Der 1930 in Helmstedt geborene Mach erlernte in Braunschweig den Elektromechanikerberuf und ist danach bis zum Vorruhestand im Oktober 1988 insgesamt 35 Jahre im Volkswagenwerk Wolfsburg beschäftigt gewesen. Noch während seiner beruflichen Tätigkeit fuhr er mehr als zehnmal im Bildungsurlaub mit der Kreisvolkshochschule in viele Städte in der damaligen DDR. „Mit der Super-Acht-Kamera habe ich diese interessanten Fahrten begleitet“, blickt Mach zurück, dem der Vorruhestand mit 58 Jahren ein verstärktes Engagement in diesem Bereich ermöglichte.

Eine Erkrankung verhinderte, dass Günter Mach in der Nacht der Grenzöffnung am 9. November 1989 bereits am damaligen Autobahnkontrollpunkt im Einsatz war, aber einen Tag später startete der Chronist seine umfangreichen Aufzeichnungen der Wendezeit mit ihren Veränderungen am Kontrollpunkt und in den Nachbarorten von Walbeck bis Marienborn. Dabei verbrauchte er viel Foto- und Videofilmmaterial (zum Beispiel entstanden mehr als 3000 Fotos).

Hartnäckigkeit lohnte sich

Bei der aufwändigen Arbeit wurde Mach auch unterstützt. Gerhard Schönian, Klaus Dumdey, Erich Finger, Günther Beyer und der 2001 gestorbene Erich Höppner halfen mit. „So kam beispielsweise Günther Beyer bei Interviews in den Nachbarorten während der Wendezeit bis Mitte der 90er-Jahre mit“, hebt Mach hervor.

Wegen seiner Hartnäckigkeit setzte der Helmstedter nach der Grenzöffnung einige ungewöhnliche Vorhaben um. So erhielt er bei den Grenzöffnungen in Beendorf und Harbke von den jeweiligen Bürgermeistern die Genehmigung, mit dem Auto die Grenze von West nach Ost passieren zu können. „Das Fernsehen hatte keine Genehmigung, ich nahm die Reporter mit“, freut sich Günter Mach noch heute darüber.

Als der Beobachtungsturm an der Bundesstraße 1 in Richtung Morsleben noch mit DDR-Grenzsoldaten besetzt war, schaffte es Mach, den Turm besteigen. Stolz ist der Helmstedter auch darauf, dass er Kontrollen der Alliierten in Zügen auf dem Marienborner Bahnhof filmen durfte. Von den Dokumentationen, auch von den zahlreichen baulichen Veränderungen auf beiden Seiten des ehemaligen Kontrollpunkts, profitieren die Gedenkstätte Deutsche Teilung, die Stadt Helmstedt (auch den Tag der Niedersachsen sowie die 750-Jahr-Feier fotografierte und filmte er) und das Zonengrenzmuseum. Gern erinnert sich der Helmstedter an die Einladung für verdiente Bürger zum Tag der Deutschen Einheit im Jahr 1995 in Düsseldorf mit dem damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau, wo er dem Bundespräsidenten Roman Herzog einen Fotoband übergab.

Privat fotografiert Günter Mach, der mit der bronzenen Ehrenplakette der Stadt ausgezeichnet wurde und mehreren Vereinen angehört, auch heute noch gerne. Er geht regelmäßig in die Sauna, schaut häufig Fußball, interessiert sich für Politik und natürlich für Dokumentationen.