Höhepunkte des Projektes Grenzen – los

Die Höhepunkte des Projektes „grenzenlos“.

Das Projekt Grenzenlos hat bereits eine 20-jährige Geschichte als Standort definierendes Entwicklungsprojekt aufzuweisen. Es wurde durch Jörg Pohl 1993 konzipiert und entwickelt und später in dessen Funktion als Amtsleiter und dann Geschäftsbereichsleiter immer wieder in die Diskussion gebracht, da sich das Thema „Grenzen“ vor allem nach dem persönlichen Erlebnis der innerdeutschen Grenze und dann der 1989 erfolgten Grenzöffnung durch die friedliche Revolution der damaligen DDR-Bevölkerung und der deutsch-deutschen Wiedervereinigung 1990 als ein zukunftsfähiges Projekt herauskristallisierte.

Die aktuellste Initiative, bei der das Projekt eine profunde Rolle spielt, ist das sog. Regionale Investorenkonzept (RIK), das die Allianz für die Region GmbH , in der der Landkreis Helmstedt seit 2005 (damals noch Projekt Region Braunschweig GmbH) Gesellschafter ist, auf den Weg gebracht hat. Im Rahmen dieses regionalen Investorenkonzepts (RIK) wurde unter dem abstrahierten Entwicklungs- und Investitionsziel „Ursprung und Herausforderung“ eine internationale Begegnungsstätte „Deutsche Einheit in Helmstedt-Marienborn“ herausgearbeitet, die den ehemaligen Grenzübergang als Ort deutscher Geschichte spürbar machen könnte. Diese internationale Begegnungsstätte „Deutsche Einheit in Helmstedt-Marienborn“ ist die konsequente Durchkonzeptionierung der ursprünglichen Organisationsidee des Projektes „Grenzen-los“.

Bereits 1993 wurde ein erster konkretisierender Hinweis im Rahmen einer damals durch den Landkreis Helmstedt angefertigten Strukturanalyse (1994; Autoren Klaus Kunz und Jörg Pohl) zum Thema „grenzenlos“ als Entwicklungs- und Schwerpunktprojekt gegeben. Im Rahmen eines Konsultationsgespräches mit Akteuren aus der Wirtschaftsförderung wurden erste Ideen entwickelt, wie man die die ehemalige Grenzsituation der Stadt Helmstedt und des nahen Grenzkontrollpunktes Marienborn/Helmstedt für eine standortverbessernde Intiative nutzen könnte. Hier klang also zum ersten mal an, was heute, über 20 Jahre später seinen Niederschlag im o.a. RIK gefunden hat.

1997 begannen in der Region Braunschweig dann die Vorbereitungen für die EXPO 2000 und es fand ein entscheidendes Gespräch zwischen der damaligen Stadtdirektorin der Stadt Helmstedt – Frau Heister-Neumann – und dem gerade frisch angetretenen Wirtschaftsförderer des Landkreises Helmstedt, Herrn Jörg  Pohl statt. Das Thema „Helmstedt grenzenlos, wir sind die Grenze los“ wurde dabei als ein erster Arbeitstitel fixiert. Aus dieser Idee entwickelte dann Frau Heister-Neumann und ihr Team die Initiative „Helmstedt grenzenlos – Wege zum Nachbarn“.

Im November 1997 dann wurde eine gemeinsam zwischen Stadt und Landkreis Helmstedt erarbeitete Konzeption als offizielles und dezentrales Expo-2000-Projekt registriert. EU-Projekt Expo 2000.

Der Landkreis Helmstedt legte bereits damals besonderen Wert auf die Internationalität des Phänomens von Grenzen, vor allem auf den entstehenden, dann aber auch den trennenden und stigamistierenden Aspekt, sowie als Gegenpart dazu, auf die Herausarbeitung von grenzüberwindenden Instrumentierungen für die politischen, administrativen, polizeilich-militärischen und sozio-ökonomisch tätigen  Institutionen.

Am einfachsten läßt sich das Anhand einer Rede des ehemaligen Oberkreisdirektors und Landrats, Herrn Gerhard Kilian anlässlich einer Zusammenkunft im Jahr 1999 darstellen.Vortrag von Herrn Oberkreisdirektor Gerhard Kilian

In den folgenden Jahren wurde das Projekt dann hauptamtlich durch den Verein „Grenzenlos-Wege zum Nachbarn e. V.“  geführt.

 Als sich die Region Braunschweig unter Federführung der Stadt Braunschweig ab 2003 zur Kulturhauptstadt 2010 bewarb, war das Projekt erneut in den Schlagzeilen. In diesem Kontext tauchte zu ersten mal auch der Begriff der „Zeitlandschaften“ auf, der nach Wissen des Autors seitens des DGB eingebracht wurde. Der Landkreis Helmstedt bewarb sich damals zusätzlich mit den Projektskizzen „Helmstedter Universitätsgeschichte„, „die Landschafts- und Menschheitsgeschichte mit den Schöninger Speeren„, dem „Freilicht und Erlebnismuseum Ostfalen“ sowie die „Architektur der Romanik“ (zum Beispiel Kaiserdom in Königslutter).

Im Jahr 2007 wurde dann der Verein Grenzenlos – Wege zum Nachbarn e. V. mit seinen Komponenten „Rundfahrt Grenzenlos“ und „Helmstedter Universitätstagen“ als zukunftsweisendes Projekt im Rahmen der Initiative „Ort im Land der Ideen“ ausgewählt. Bei der Nominierung zum „Ort im Land der Ideen“ spielte das Engagement Helmstedts bei der Überwindung der Grenzen in den Köpfen der Menschen eine große Rolle.

 Als dann die Allianz für Region GmbH durch ihren Aufsichsrat beauftragt ab 2011 eine Evaluation regionaler touristischer Entwicklungspotenziale als Auftrag fremd vergab, wurden eben diese o.a. Projekte erneut vorgestellt, schliesslich stellten sie seit 1997/99 die Schwerpunkte der touristischen Entwicklung des Landkreises durch den heutigen Geschäftsbereich Wirtschaft, Tourismus und Statistik dar. Und hier erkannte ein Beratungsunternehmen, das u.a. Erlebnisparks für Walt-Disney konzipiert uind organisiert hatte, welch besonderes Potenzial in dem Projekt „Grenzenlos“ lag. Die Feinkonzeptionierung basiert also auf einer über 20 Jahre alten Konzeption und sie unterscheidet sich lediglich in der Dimension, denn es erschien bis dato unrealistisch mehrere hundert Millionen Euro für so einen „Erlebnispark“ zu avisieren.

Insofern kann man dieser Begegnungsstätte an der A2 jetzt nur wünschen, dass sich viele internationale Partner finden lassen, die diese Dimensionen nicht abschrecken sondern eher dazu motivieren, hier eine Destination aufzubauen, die das Potenzial für einen internationalen Rang unter den 10 besten Themendestinationen weltweit betrachtet aufzuweisen hat.